Die Visitenkarte – wie alles begann

Schon im 17. und im 18. Jahrhundert gab es Visitenkarten. Deren Übergabe war damals ein sehr wichtiges Ritual auf gesellschaftlicher Ebene. Eine Rolle spielte die Visitenkarte
vor allem dann, wenn man unangemeldet in ein hochherrschaftliches Haus kam.

Die Visitenkarten wurden dabei noch an der Tür der Hausdame oder dem Dienstmädchen, bzw. dem Butler übergeben, der diese in die Räumlichkeiten brachte, wo sich der Hausherr, bzw. die Dame des Hauses aufhielten. Dorthin gebracht wurde diese auf einem Silbertablett, dass immer bereit auf einem kleinen Tischchen direkt an der Eingangstür stand. Der Besucher wartete indes noch immer vor der Tür. Vom Butler, bzw. der Hausdame oder dem Dienstmädchen wurde er noch nicht hereingelassen. Damals war es so, dass Besucher, die das erste Mal in ein entsprechenden Herrschaftshaus kommen wollten, gar nicht erwarteten von den Herrschaften, dass diese sie – weil ja unerwartet – überhaupt empfangen. Oftmals war dies der xte Versuch zu den Herrschaften vorzudringen. Die Visitenkarte diente dabei lediglich dem Interesse von dem Hausherrn die Aufforderung zu erhalten herein zu kommen. Oftmals warteten die „Interessenten“ dabei vor der Türe recht lange auf eine „Antwort“. Entweder kam der Butler, bzw. die Hausdame oder das Dienstmädchen dann und öffnete weit die Türe, oder aber machte diese nur einen Spalt weit auf und erteilte im Auftrag des Hausherrn, bzw. der Dame des Hauses eine höfliche Absage an den „Besucher“. Die Visitenkarte bekam der vor der Türe Wartende auf jeden Fall wieder zurück.

Einige Menschen warteten so mehrfach die so genannt „Schicklichkeitsfrist“ ab und erhielten unter Umständen über Jahre hinweg keinen Zutritt, sprich eine Einladung in das hochherrschaftliche Haus.